Make Polluters Pay

Sehr geehrte Mitglieder des Bundesrats

Die Klimakrise trifft Menschen auf der ganzen Welt. Seit diesem Hitzesommer spüren wir sie auch in der Schweiz deutlicher denn je. Mitverantwortlich sind Konzerne und Banken mit Sitz in der Schweiz. Grosse Schweizer Rohstoffhändler verdienen am Geschäft mit Kohle, Öl und Gas. Der Schweizer Finanzplatz hat rund 127 Milliarden Dollar darin angelegt. Die Folgen tragen andere. Das ist ungerecht. Wer die Krise verursacht, muss auch für die Schäden aufkommen.

Wir fordern Sie deshalb auf:
  • Besteuern Sie die Überprofite von Rohstoff-, Öl- und Gaskonzernen, die riesigen Vermögen von hier ansässigen Milliardären und die Gewinne aus fossilen Investitionen stärker, und setzen Sie sich auch international dafür ein.
  • Setzen Sie das Geld dort ein, wo die Klimakrise am härtesten zuschlägt: bei den Menschen, die am wenigsten zu ihr beigetragen haben und am meisten darunter leiden.
  • Fördern Sie eine sozial gerechte Energiewende und sorgen Sie dafür, dass Schweizer Banken und Konzerne kein Geld mehr in neue Kohle-, Öl- und Gas-Projekte stecken.
Für eine Zukunft, die allen gehört, nicht nur ein paar Wenigen.

Freundliche Grüsse

Warum dieser Appell?

Die Klimakrise ist längst Realität. Sie zerstört weltweit Leben und Existenzen. Doch sie trifft nicht alle gleich und verschärft die bestehende Ungleichheit weiter.

Die Schweiz kann als wohlhabendes Land die Folgen der Klimakrise wesentlich besser abfedern als andere. Dank ihres Wohlstands, ihrer Infrastruktur und ihrer sozialen Sicherungssysteme verfügt sie über bessere Möglichkeiten, Schäden zu begrenzen und sich davon zu erholen als viele ärmere Länder.

Am härtesten trifft die Klimakrise jene, die am wenigsten dazu beigetragen haben und die sich am wenigsten davor schützen können: Menschen in Armut, indigene Gemeinschaften und Menschen im globalen Süden. Jungen Menschen auf der ganzen Welt wird die Zukunft geraubt.

Die Schweiz ist dabei auch Mitverursacherin der Erderwärmung. Ihre Verantwortung reicht weit über ihren eigenen CO₂-Ausstoss hinaus. Viele der grössten Rohstoffhändler der Welt sind hier zu Hause. Sie handeln mit riesigen Mengen Kohle, Öl und Gas und verdienen damit Milliarden. Auch die Investitionen des Schweizer Finanzplatzes tragen massgeblich dazu bei.

Das muss nicht so sein. Eine gerechte und nachhaltige Zukunft ist möglich. In ihr haben die betroffenen Gemeinschaften die Mittel, sich vor Extremwetter zu schützen, Zerstörtes wieder aufzubauen und wieder auf die Beine zu kommen. Wer die Krise angeheizt und dabei Milliarden verdient hat, muss jetzt für die Schäden bezahlen.

Das Geld für den Klimaschutz ist da, auch in der Schweiz. Wer die Klimakrise anheizt und von ihr profitiert, muss auch für die Schäden aufkommen: die Rohstoffkonzerne, der Finanzsektor und die Superreichen. Unterschreib jetzt den Appell an den Bundesrat!

Warum Solidar Suisse sich engagiert

Solidar Suisse setzt sich gemeinsam mit Partnerorganisationen in Afrika, Asien, und Lateinamerika für soziale Gerechtigkeit, demokratische Mitbestimmung und gegen extreme Ungleichheit ein. Die Klimakrise ist dabei eines der grössten Gerechtigkeitsprobleme unserer Zeit: Sie trifft jene am härtesten, die am wenigsten zu ihr beigetragen haben.

Dieser Appell basiert auf dem Oxfam-Bericht «Disaster Divide: How Climate Chaos Deepens Inequality and Enriches the Few». Solidar Suisse hat die Analyse um Schweizer Daten und Einordnungen ergänzt. Im Zentrum stehen die Fragen, welche Rolle die Schweiz bei der Klimakrise spielt und weshalb sie eine besondere Verantwortung trägt, zur Bewältigung ihrer Folgen beizutragen.

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